Freitag nachmittag – 185 km Stau in NRW

Freitag nachmittag, um 15:30 vor einem Feiertag – 185 km Stau in NRW meldet der WDR. Vor einiger Zeit habe ich schon autobahn.nrw.de vorgestellt und dabei kritisiert, dass es an Bundesländergrenzen endet.

Seit einigen Wochen gibt es auch ADAC Maps. Neben den Staumeldungen, die man sich anzeigen lassen kann, bietet ADAC Maps auch die Besonderheit, den aktuellen Verkehrsfluss anzuzeigen – bundesländerübergreifend. Dieser basiert nicht auf Sensoren in der Fahrbahn oder Brücken. Stattdessen werden von ca. 60.000 gewerblichen Fahrzeugen (überwiegend LKWs) automatisiert die Position und die aktuell gefahrene Geschwindigkeit erfasst und an die ADAC-Zentrale gesendet. „Freitag nachmittag – 185 km Stau in NRW“ weiterlesen

Auf der A2 Hannover Richtung Dortmund drei Kilometer Stau zwischen Hamm und Bönen

Wer kennt sie nicht, die veralteten Staumeldungen, die man über den Verkehrsfunk oder über TMC hereinbekommt. Freie Fahrt trotz 10 Kilometer angesagtem Stau oder genau das Gegenteil, alles schon gehabt. Wer sich von der tatsächlichen Verkehrslage ein Bild machen möchte, hat zumindest für einige Bundesländer inzwischen die Möglichkeit, ins Internet zu schauen.

Unter autobahn.nrw.de gibt es schon seit Jahren eine über Sensoren erfasste Übersicht der Verkehrslage auf nordrhein-westfälischen Autobahnen. Die jeweilige Verkehrslage zwischen zwei Anschlusstellen wird in vier Farbstufen von hellgrün (frei) bis rot (gestaut) dargestellt. In der Praxis hat sich das als relativ gut funktionierend herausgestellt. Über ein Simulationsmodell werden auch Prognosen für die Verkehrslage in 30 Minuten oder 60 Minuten errechnet, die allerdings mit Vorsicht zu genießen sind. Bei einer „ungewöhnlichen“ Verkehrslage, wie z.B. Stau ausgelöst durch Eisglätte,  schlagen die Prognosen oft fehl, da das Wetter nicht berücksichtigt wird.

Eine ähnliche Übersicht gibt es auch für Rheinland-Pfalz unter verkehr.rlp.de. Hier hat man allerdings auf eine Prognose-Funktion verzichtet. Dafür ist es im Gegensatz zur NRW-Seite möglich, auch über die Landesgrenzen hinaus zu schauen. So ist neben Rheinland-Pfalz auch das Saarland komplett sowie Baden-Württemberg, Hessen und NRW teilweise zu sehen. Zusätzlich werden auch Wetterinformationen und stellenweise sogar die Fahrbahntemperatur angezeigt.

Technischer Partner für beide Verkehrsübersichten ist die Uni Duisburg-Essen. Schade ist nur, dass man sich noch nicht zu einer bundesweiten Übersicht durchringen konnte und man jedes Bundesland allein rumwurschteln lässt. Föderalismus gut und schön, aber Verkehr endet nicht an Bundesländergrenzen.