Google-Kameraautos ab März wieder in Deutschland unterwegs

Google hat am Freitag in einem Blogposting bekannt gegeben, dass die Kameraautos, die auch für StreetView genutzt werden, ab Ende März 2011 wieder in Deutschland unterwegs sein werden. Die aufgenommenen Daten sollen dabei allerdings nicht für StreetView, sondern für Verbesserungen in Google-Maps genutzt werden. Unter anderem sollen die erhobenen Daten für 3D-Darstellungen von Gebäuden genutzt werden. Über Google Docs ist ein Fahrplan zu sehen, dem zu entnehmen ist, welche Landkreise und Städte von den Kamerafahrzeugen bis Ende Mai befahren werden.

Nach Google-Angaben waren Kamerafahrzeuge seit 2008 bereits in allen Landkreisen Deutschlands unterwegs. Damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Städte und Kreise in Street View erscheinen. Derzeit sind die zwanzig größten Städte Deutschlands sowie die Ortschaft Oberstaufen im Allgäu in Street View abrufbar.

Nach Google nun auch Microsoft mit Straßenansichten

Die Aufregung um Google Street View hat sich noch nicht gelegt, da bereitet nun auch Microsoft den Start seines Straßenansichtsdienstes StreetSide in Deutschland vor. Dies hat ein Mircrosoft-Pressesprecher Heise Online mitgeteilt. In den USA und Kanada ist StreetSide bereits aktiv, in Deutschland soll der Dienst 2011 starten.

Wie Google fährt auch Microsoft öffentliche Straßen mit einer auf einem Auto aufgebauten Kamera mit 360°-Objektiv ab. Gesichter und KFZ-Kennzeichen sollen durch eine Software automatisch verfremdet werden.

Am meisten Widerstand hat Google für Street View von Hausbesitzern bekommen, die ihr Haus nicht im Internet abgebildet haben wollen. Fast 250.000 Anträge auf Unkenntlichmachung gingen allein in Deutschland ein. Auch Microsoft ermöglicht eine Verpixelung von Häusern, allerdings derzeit nur für bereits in StreetSide verfügbare Straßenzüge.

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Gegner der Google-Verpixelung haben unterdessen begonnen, verpixelte Häuser zu fotografieren und diese über den Google-Bilderdienst Panoramio mit Eingabe der geographischen Koordinaten ins Internet einzustellen. Dadurch werden diese Bilder automatisch in Google Maps übernommen, so dass Street View diese als Foto darstellt.

Erst StreetView, dann Paoramio, ab nächstem Jahr SteetSide: Immobilieneigentümer haben also viel zu tun, wenn sie dauerhaft nicht im Internet zu sehen sein möchten. Um eine gesetzliche Regelung zu umgehen, schlägt der IT-Verband Bitkom daher auch eine zentrale Widerspruchsplattform vor.

Wie die Navigation in StreetSide funktioniert, zeigt Microsoft in einem Video:

Street View-Unschärfen

Die Aufregung um Google Street View geht in eine neue Runde, nachdem Google den Dienst am vergangenen Donnerstag auch in Deutschland offiziell gestartet hat. Wie die Deutschen nun mal sind, gibt es nun neben dem Ärger mit Hauseigentümern, die ihr Anwesen nicht in Street View zeigen möchten ebenso Ärger mit den Hauseigentümern, deren Anwesen ungewollt verpixelt wurde.

Interessant ist auch, was Google so alles unkenntlich macht. So glaubt Google offensichtlich auch nicht mehr daran, dass der Weiterbau der A33 im Bereich Ostwestfalen nach mehr als 30 Jahren Planungsphase fortschreitet. Eine entsprechende Ankündigung des Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat Google verpixelt und beim Standardsatz „Wir bauen für Sie“ das „bauen für Sie“ herausgelöscht.

Dies passt mit der jüngsten Pressemeldung zusammen, dass sich leider die Fertigstellung des ersten Ausbauteilstücks um ein weiteres Jahr aufgrund der beiden strengen vorangegangenen Winter verzögere. Alternativvorschlag: „Wir planen schon 30 Jahre für Sie, nun könnte es mal irgendwann was werden“.