Christophorus – Schutzpatron der Reisenden

Christophorus, der „Schutzpatron der Reisenden“ ist eine neue online durchgeführte Kampagne, die für mehr Rücksicht im Straßenverkehr wirbt. Projektpartner sind unter anderem der ADAC und ADFC. Nunja, die Spots kommen ein bisschen altbacken her und es ist fraglich, ob sie ihre Zielgruppe erreichen, aber ein Anfang ist gemacht.

Anders als bisherige Kampagnen soll hier nicht mit erhobenen Zeigefinger gedroht werden. Auch wird bei der Kamapgne nicht, wie das zum Beispiel unser Bundesverkehrsminister Peter „Kampfradler“ Ramsauer gut kann, nicht einseitig einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern die Schuld in die Schuhe geschoben. Unter dem Motto „Rücksicht kostet keinen Cent“ werden über Youtube und Facebook Videos verbreitet, die für ein Miteinander und gegen Egoismus plädieren.

Die erste Folge geht Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern an und warnt vor dem Radfahren auf Gehwegen.

Street View-Unschärfen

Die Aufregung um Google Street View geht in eine neue Runde, nachdem Google den Dienst am vergangenen Donnerstag auch in Deutschland offiziell gestartet hat. Wie die Deutschen nun mal sind, gibt es nun neben dem Ärger mit Hauseigentümern, die ihr Anwesen nicht in Street View zeigen möchten ebenso Ärger mit den Hauseigentümern, deren Anwesen ungewollt verpixelt wurde.

Interessant ist auch, was Google so alles unkenntlich macht. So glaubt Google offensichtlich auch nicht mehr daran, dass der Weiterbau der A33 im Bereich Ostwestfalen nach mehr als 30 Jahren Planungsphase fortschreitet. Eine entsprechende Ankündigung des Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat Google verpixelt und beim Standardsatz „Wir bauen für Sie“ das „bauen für Sie“ herausgelöscht.

Dies passt mit der jüngsten Pressemeldung zusammen, dass sich leider die Fertigstellung des ersten Ausbauteilstücks um ein weiteres Jahr aufgrund der beiden strengen vorangegangenen Winter verzögere. Alternativvorschlag: „Wir planen schon 30 Jahre für Sie, nun könnte es mal irgendwann was werden“.

Allheilmittel Elektroauto?

Endlich sagt’s mal jemand. Unter der Überschrift „Elektroautos sparen kein CO2 ein“ berichtet die heutige Ausgabe der Neuen Westfälischen von einem Interview mit einem Greenpeace-Experten in der Automobilwoche, dass Elektroautos keinen Umweltvorteil gegenüber konventionell betriebenen Fahrzeugen haben – denn irgendwie muss der Strom für die vielen Tausend Elektroautos, die da kommen sollen, produziert werden.

Derzeit belaste jedes Elektroauto durch den notwendigen Strom aus der Steckdose das Klima mit anderthalb bis doppelt so viel CO2 wie ein herkömmliches Fahrzeug. Demnach dürften die Stromkonzerne gar nicht damitwerben, dass sie Elektroautos mit „sauberem“ Strom versorgen. Der Fahrstrom werde dem Stromkontingent aus erneuerbaren Energien nur an anderer Stelle entzogen.

Richtig! Effizienzverluste und damit „Mehrverbrauch“ gibt es bei der Stromerzeugung, beim Stromtransport und beim Laden der Batterie. Der Elektromotor arbeitet ebenfalls nicht verlustfrei. Elektroautos sind daher nur nachts, wenn Strom aufgrund der niedrigen Industrie-Nachfrage und schlecht regelbarer Atom- und Kohlekraftwerke im Überfluss vorhanden ist und teilweise sogar einen negativen Preis hat, wirtschaftlich zu laden. Wer tagsüber zur Spitzenlast sein Auto auflädt, sorgt dafür, dass besonders ineffiziente und teure Kraftwerke wie z.B. Gasturbinen zugeschaltet werden müssen, die die zusätzliche Spitzenlast bereitstellen.

Freitag nachmittag – 185 km Stau in NRW

Freitag nachmittag, um 15:30 vor einem Feiertag – 185 km Stau in NRW meldet der WDR. Vor einiger Zeit habe ich schon autobahn.nrw.de vorgestellt und dabei kritisiert, dass es an Bundesländergrenzen endet.

Seit einigen Wochen gibt es auch ADAC Maps. Neben den Staumeldungen, die man sich anzeigen lassen kann, bietet ADAC Maps auch die Besonderheit, den aktuellen Verkehrsfluss anzuzeigen – bundesländerübergreifend. Dieser basiert nicht auf Sensoren in der Fahrbahn oder Brücken. Stattdessen werden von ca. 60.000 gewerblichen Fahrzeugen (überwiegend LKWs) automatisiert die Position und die aktuell gefahrene Geschwindigkeit erfasst und an die ADAC-Zentrale gesendet. „Freitag nachmittag – 185 km Stau in NRW“ weiterlesen

Von A- und B-Farben

In Gütersloh tobt der Preiskampf zwischen zwei Tankstellen. Shell hat vor einigen Monaten als Pilotprojekt eine Tankstelle am Gütersloher Marktkauf übernommen, die Marktkauf zuvor selbst betrieben hat. Das Preisniveau an der Marktkauf-Tankstelle war in aller Regel niedriger als das der Markentankstellen. Shell hat sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, alle Sprit-Sorten weiterhin 1-2 Cent je Liter günstiger zu verkaufen als die Konkurrenz. Ein NW-Artikel zitiert die Shell-Pressesprecherin mit „Wir wollten und wollen dem Kunden ein genauso günstiges Angebot machen wie Marktkauf“.

Nun kommt Jet, die Tankstellenmarke des US-Konzern ConocoPhillips ins Spiel. Jet verspricht, immer einen Cent pro Liter günstiger zu sein, als die sogenannten A-Farben. Zu den A-Farben zählen die Markentankstellen von Aral, Esso und eben Shell, Jet sieht sich dagegen als B-Farbe. Folglich hat Jet den Preis unter den Preis von Shell abgesenkt und somit eine Preisspirale nach unten ausgelöst. Andere Tankstellenbetreiber haben mitgezogen und somit lag der Preis zum Jahresanfang teilweise 10-15 Cent unter dem Preis im benachbarten Bielefeld.

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Auf der A2 Hannover Richtung Dortmund drei Kilometer Stau zwischen Hamm und Bönen

Wer kennt sie nicht, die veralteten Staumeldungen, die man über den Verkehrsfunk oder über TMC hereinbekommt. Freie Fahrt trotz 10 Kilometer angesagtem Stau oder genau das Gegenteil, alles schon gehabt. Wer sich von der tatsächlichen Verkehrslage ein Bild machen möchte, hat zumindest für einige Bundesländer inzwischen die Möglichkeit, ins Internet zu schauen.

Unter autobahn.nrw.de gibt es schon seit Jahren eine über Sensoren erfasste Übersicht der Verkehrslage auf nordrhein-westfälischen Autobahnen. Die jeweilige Verkehrslage zwischen zwei Anschlusstellen wird in vier Farbstufen von hellgrün (frei) bis rot (gestaut) dargestellt. In der Praxis hat sich das als relativ gut funktionierend herausgestellt. Über ein Simulationsmodell werden auch Prognosen für die Verkehrslage in 30 Minuten oder 60 Minuten errechnet, die allerdings mit Vorsicht zu genießen sind. Bei einer „ungewöhnlichen“ Verkehrslage, wie z.B. Stau ausgelöst durch Eisglätte,  schlagen die Prognosen oft fehl, da das Wetter nicht berücksichtigt wird.

Eine ähnliche Übersicht gibt es auch für Rheinland-Pfalz unter verkehr.rlp.de. Hier hat man allerdings auf eine Prognose-Funktion verzichtet. Dafür ist es im Gegensatz zur NRW-Seite möglich, auch über die Landesgrenzen hinaus zu schauen. So ist neben Rheinland-Pfalz auch das Saarland komplett sowie Baden-Württemberg, Hessen und NRW teilweise zu sehen. Zusätzlich werden auch Wetterinformationen und stellenweise sogar die Fahrbahntemperatur angezeigt.

Technischer Partner für beide Verkehrsübersichten ist die Uni Duisburg-Essen. Schade ist nur, dass man sich noch nicht zu einer bundesweiten Übersicht durchringen konnte und man jedes Bundesland allein rumwurschteln lässt. Föderalismus gut und schön, aber Verkehr endet nicht an Bundesländergrenzen.