Mit OruxMaps ganz Deutschland in der Tasche

Es ist schon der Wahnsinn, was die Opensource-Gemeinde möglich macht. Mittels der kostenlosen Android-App OruxMaps und den ebenfalls kostenlos herunterladbaren Vektorkarten von mapsforge besteht die Möglichkeit, ganz Deutschland topaktuell in hoher Auflösung jederzeit auf einem Android-Device mit sich zu führen. Die mapsforge-Karten basieren dabei auf dem Datenbestand von OpenStreetMap und sind im Normalfall sowohl detailreicher als auch aktueller als vergleichbare kommerzielle Kartenangebote.

OruxMaps kann ab Version 4.8.25 automatisch Vektorkarten im mapsforge-Format lesen. Nach der Installation von OruxMaps über den PlayStore wartet OruxMaps darauf, mit Kartendaten bepackt zu werden. Hierzu können von der mapsforge-Download-Seite beliebig viele maps-Dateien heruntergeladen werden. Für Deutschland bietet sich z.B. die Datei germany.map an (ca. 750 MB), die im Verzeichnis /maps/europe zu finden ist.

Auf der Speicherkarte des Android-Device ist im Ordner oruxmaps/mapfiles/ ein neuer Ordner mapsforge zu erstellen, in den dann einfach die heruntergeladene Datei kopiert wird.

Nach einem Neustart von OruxMaps findet man die Karte unter dem Menüpunkt Offline-Karten im Ordner mapsforge. 20 Zoomstufen stehen zur Verfügung. Der Screenshot unten zeigt dabei in der dritthöchsten Zoomstufe das Umfeld des Bahnhofs in Gütersloh.

Google Docs versteht nur noch Chinesisch

Mehreren Personen Zugriff auf ein Tabellendokument geben – dank Google Docs kein Problem! So dachte ich und habe heute erstmals das browserbasierte Office von Google ausprobiert. Der erste Eindruck war auch überzeugend. Der Upload eines vorhandenen Excel-Dokuments und das Editieren desselben funktioniert problemlos.

Blöd nur, wenn plötzlich alle Buttons und Links auf Chinesisch angezeigt werden. Das passiert mir immer dann, wenn ich auf das einmal abgelegte Dokument als angemeldeter Benutzer wieder zugreifen möchte. Offensichtlich scheine ich nach dem Login als Chinese erkannt zu werden. Beim Wechsel auf andere Google-Dienste ist wieder alles normal auf Deutsch oder Englisch verfügbar. Zurück zu Google Docs wieder alles auf Chinesisch Japanisch.

Ich habe dann herausgefunden, dass man über https://docs.google.com/settings seine Spracheinstellungen pflegen kann. Hier im ersten Dropdown „Deutsch“ aus der Liste ausgewählt, und die chinesische Oberfläche weicht der englischen Oberfläche. Aber nur bis zum nächsten Login. Google, bitte nacharbeiten!

 

Google-Kameraautos ab März wieder in Deutschland unterwegs

Google hat am Freitag in einem Blogposting bekannt gegeben, dass die Kameraautos, die auch für StreetView genutzt werden, ab Ende März 2011 wieder in Deutschland unterwegs sein werden. Die aufgenommenen Daten sollen dabei allerdings nicht für StreetView, sondern für Verbesserungen in Google-Maps genutzt werden. Unter anderem sollen die erhobenen Daten für 3D-Darstellungen von Gebäuden genutzt werden. Über Google Docs ist ein Fahrplan zu sehen, dem zu entnehmen ist, welche Landkreise und Städte von den Kamerafahrzeugen bis Ende Mai befahren werden.

Nach Google-Angaben waren Kamerafahrzeuge seit 2008 bereits in allen Landkreisen Deutschlands unterwegs. Damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Städte und Kreise in Street View erscheinen. Derzeit sind die zwanzig größten Städte Deutschlands sowie die Ortschaft Oberstaufen im Allgäu in Street View abrufbar.

Nach Google nun auch Microsoft mit Straßenansichten

Die Aufregung um Google Street View hat sich noch nicht gelegt, da bereitet nun auch Microsoft den Start seines Straßenansichtsdienstes StreetSide in Deutschland vor. Dies hat ein Mircrosoft-Pressesprecher Heise Online mitgeteilt. In den USA und Kanada ist StreetSide bereits aktiv, in Deutschland soll der Dienst 2011 starten.

Wie Google fährt auch Microsoft öffentliche Straßen mit einer auf einem Auto aufgebauten Kamera mit 360°-Objektiv ab. Gesichter und KFZ-Kennzeichen sollen durch eine Software automatisch verfremdet werden.

Am meisten Widerstand hat Google für Street View von Hausbesitzern bekommen, die ihr Haus nicht im Internet abgebildet haben wollen. Fast 250.000 Anträge auf Unkenntlichmachung gingen allein in Deutschland ein. Auch Microsoft ermöglicht eine Verpixelung von Häusern, allerdings derzeit nur für bereits in StreetSide verfügbare Straßenzüge.

We accept requests to blur or remove images of faces or persons, homes, cars, acts of violence, nudity and unlawful material. Please refer to the Report an image concern section on the sidebar to see how requests to remove imagery can be made.

Gegner der Google-Verpixelung haben unterdessen begonnen, verpixelte Häuser zu fotografieren und diese über den Google-Bilderdienst Panoramio mit Eingabe der geographischen Koordinaten ins Internet einzustellen. Dadurch werden diese Bilder automatisch in Google Maps übernommen, so dass Street View diese als Foto darstellt.

Erst StreetView, dann Paoramio, ab nächstem Jahr SteetSide: Immobilieneigentümer haben also viel zu tun, wenn sie dauerhaft nicht im Internet zu sehen sein möchten. Um eine gesetzliche Regelung zu umgehen, schlägt der IT-Verband Bitkom daher auch eine zentrale Widerspruchsplattform vor.

Wie die Navigation in StreetSide funktioniert, zeigt Microsoft in einem Video:

Street View-Unschärfen

Die Aufregung um Google Street View geht in eine neue Runde, nachdem Google den Dienst am vergangenen Donnerstag auch in Deutschland offiziell gestartet hat. Wie die Deutschen nun mal sind, gibt es nun neben dem Ärger mit Hauseigentümern, die ihr Anwesen nicht in Street View zeigen möchten ebenso Ärger mit den Hauseigentümern, deren Anwesen ungewollt verpixelt wurde.

Interessant ist auch, was Google so alles unkenntlich macht. So glaubt Google offensichtlich auch nicht mehr daran, dass der Weiterbau der A33 im Bereich Ostwestfalen nach mehr als 30 Jahren Planungsphase fortschreitet. Eine entsprechende Ankündigung des Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat Google verpixelt und beim Standardsatz „Wir bauen für Sie“ das „bauen für Sie“ herausgelöscht.

Dies passt mit der jüngsten Pressemeldung zusammen, dass sich leider die Fertigstellung des ersten Ausbauteilstücks um ein weiteres Jahr aufgrund der beiden strengen vorangegangenen Winter verzögere. Alternativvorschlag: „Wir planen schon 30 Jahre für Sie, nun könnte es mal irgendwann was werden“.

Freundschaftsanfrage aus der Brauerei

Man ist ja einiges von den mehr oder minder kreativen Marketing-Teams aus Unternehmen gewohnt. Aber dass aktiv ein Unternehmen via Facebook eine Freundschafsanzeige schickt, ist mir noch nicht untergekommen. Eine müsterländische Brauerei machte heute den Anfang.

Interessant dabei: Bis auf eine Radsportveranstaltung vor mindestens fünf Jahren, bei der diese Brauerei Mitveranstalter war, habe ich überhaupt keine Beziehungen zu der Brauerei. Interessant, dass jetzt offensichtlich solche alten Daten wieder ausgegraben werden. Und die heutige Erfahrung wird mich im Umgang mit meiner E-Mail-Adresse noch ein bisschen vorsichtiger werden lassen.

Top-Level-Domain-Redundanz

Gestern nachmittag gab es bei der Registrierungsstelle für DE-Domains, der DENIC e.G., eine größere Panne. Durch die Fehlfunktion mehrerer Nameserver konnte für Millionen von DE-Domains keine IP-Adresse mehr aufgelöst werden, da die DNS-Server mit „Domain existiert nicht“ antworteten. Durch ein solch negatives Abfrageergebnis wird auch vermieden, dass ein weiterer, noch funktionierender Nameserver, abgefragt wird. Die Panne wäre also vermutlich gar nicht aufgefallen, wenn die DNS-Server statt einer falschen Antwort einfach gar nicht geantwortet hätten, da in diesem Fall ein anderer DNS-Server abgefragt worden wäre.

Zwischen 13:30 und 15:45 waren daher große Teile des deutschsprachigen Internets lahmgelegt. Da DNS-Abfrageergebnisse bei den Providern für eine gewisse Zeit gecached werden, traten auch nach Behebung des Fehlers durch die DENIC sporadisch bis in den Abend Fehler beim Abruf einiger DE-Domains auf.

Vor Pannen ist natürlich niemand gefeit, aber es verdeutlicht wieder einmal, dass noch mehr an Redundanz gedacht werden muss. Was nutzt das 99,99% Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum, wenn das DNS einer ganzen Top-Level-Domain ausfällt. Aus diesem Grund habe ich mir doch gleich mal die Domain daniel-neuhaus.net registriert und auf diesen Blog aufgeschaltet. Sicher ist sicher 🙂