Badewannen, Elefanten und Fußballfelder

Können sich wirklich so wenig Menschen Längen, Flächen, Volumina und Massen vorstellen, oder warum werden uns immer irgendwelche abstrusen Vergleiche mit Autos oder Badewannen aufgetischt?

Fährt irgendwo ein Schwertransport, wird das Gewicht gleich in die Nicht-SI-Einheit Elefanten umgerechnet, wahlweise aber auch in Autos, insbesondere in VW Golfs. Für Volumina muss die Badewanne herhalten, oder wenn es zu viele Badewannen werden, werden Lastwagenladungen herangezogen oder der Bodensee muss dran glauben. Größere Längen werden in Höhen vom Kölner Dom oder Erdumrundungen umgerechnet, noch größere in Entfernungen zum Mond. Wenn mal wieder Regenwald abgeholzt wird, bekommen wir gleich erklärt, dass jede Minute mehrere Fußballfelder draufgehen, genau genommen 4,5.

Wozu brauchen wir das? Noch dazu, weil diese Umrechnungen alles andere als exakt sind. So erreichen ausgewachsene Elefanten je nach Art ein Gewicht zwischen 2000 und 5000 kg. Ein Fußballfeld darf bei nationalen Spielen zwischen 45 und 90 Metern breit und zwischen 90 und 120 Metern lang sein. Also beträgt die Fläche eines Fußballfeldes zwischen 4.500 m² und 10.800 m² – ein ähnlich großes Intervall wie bei den Elefanten.

Und damit sollten sich doch Vergleiche mit Fußballfeldern und Elefanten bereits aus Präzisionsgründen verbieten, oder?

2 Antworten auf „Badewannen, Elefanten und Fußballfelder“

  1. Habe hier meine eigene Hypothese: es hängt an der Qualität der Doku ab. Bei Sendungen wie Galileo und ntv kauft der Sender meist preiswerte Konserven aus den USA ein um Budget zu sparen und möglichst viel unproduktive Füllung in den Tagesplan zu bringen.
    Schaue diese Dokus meist zum einschlafen an weil sie keinen Anspruch stellen: super Trick: stellen sie Ihren Fernseher auf „automatisch ausschalten in 40 Minuten“ ein, oder falls Sie auf dem Laptop schauen, ziehen Sie einfach das Netzkabel, sodass er nach ca 1 Std von „selber“ ausgeht. (Kann man auch einstellen).

    Da das Bildungsniveau in den USA relativ zu unserem: gering ist, muss man dem USA-Konsumenten: Flächen, Volumina und Gewichte in Mustern beibrigen die er versteht. Da geht es um Stadien, Badewannen und europäischen oder japanischen Kleinwagen.
    Tippe, dass nur 10% der TV-Konsumenten in square-inch, -feet, -yards, -acres, -miles bzw. cups, gallons, barrels oder US t, pounds und ounzes rechnen kann.
    Da ihr Einheitensystem nicht auf einem einfachem Dezimalsystem aufbaut, sondern auf skurrilen 12 und 66 Multiplizierungen, muss meistens eben der Central Park, Manhattan oder das Empire State Building herhalten.
    Dem Durchschnittsamerikaner zu erklären, dass der Titicaca-See ca. 4,5 Milliarden Badewannen enthält ist emphatischer als ihm zu sagen, dass das Wasser im See etwa 214 cubic miles gleichkommt.
    Und gleich die Fläche hinterher: 95 Manhattans.
    Hört sich auch nach mehr an und ist irgendwie wissenschaftlicher.

    Diese Sendungen sind von der Qualität schlecht und beleidigen meistens die Intelligenz des Zuschauers indem sie das Thema 30 Mal (Teletubbieartig) aus verschiedenen Perspektiven wiederholen, weil Dank GEZ die Werbung ausfällt, und der Nachspann zur Werbung dem Zuschauer jedesmal erklärt, was bis vor der Werbung am Laufen war.
    Faustregel, wenn Badewanne, Manhattan, afrikanischer ausgewachsener Elefant oder Fußballfeld in den ersten 5-Minuten fällt, sofort umschalten.

    Schaut man aber Dokus in ARTE oder anderen Sendern, die nicht aus der USA stammen, kommen diese Vergleiche nur selten oder garnicht, und es wird auch nicht andauernd alles wiederholt.
    Phoenix und ZDF halten sich noch gerade im Durchschnitt weil sie schlecht und mässig mischen und man ihnen wengstens die 5-Minuten Chance gibt.

    Hoffe, dass Dank aller Big Brother Schikanen die im Kabel und bei der Telekom eingebaut sind, die Sender mitbekommen, wann der TV-Zuschauer aufhört eine Doku anzuschauen und lieber auf Spongebob Schwammkopf umschaltet.

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