Allheilmittel Elektroauto?

Endlich sagt’s mal jemand. Unter der Überschrift „Elektroautos sparen kein CO2 ein“ berichtet die heutige Ausgabe der Neuen Westfälischen von einem Interview mit einem Greenpeace-Experten in der Automobilwoche, dass Elektroautos keinen Umweltvorteil gegenüber konventionell betriebenen Fahrzeugen haben – denn irgendwie muss der Strom für die vielen Tausend Elektroautos, die da kommen sollen, produziert werden.

Derzeit belaste jedes Elektroauto durch den notwendigen Strom aus der Steckdose das Klima mit anderthalb bis doppelt so viel CO2 wie ein herkömmliches Fahrzeug. Demnach dürften die Stromkonzerne gar nicht damitwerben, dass sie Elektroautos mit „sauberem“ Strom versorgen. Der Fahrstrom werde dem Stromkontingent aus erneuerbaren Energien nur an anderer Stelle entzogen.

Richtig! Effizienzverluste und damit „Mehrverbrauch“ gibt es bei der Stromerzeugung, beim Stromtransport und beim Laden der Batterie. Der Elektromotor arbeitet ebenfalls nicht verlustfrei. Elektroautos sind daher nur nachts, wenn Strom aufgrund der niedrigen Industrie-Nachfrage und schlecht regelbarer Atom- und Kohlekraftwerke im Überfluss vorhanden ist und teilweise sogar einen negativen Preis hat, wirtschaftlich zu laden. Wer tagsüber zur Spitzenlast sein Auto auflädt, sorgt dafür, dass besonders ineffiziente und teure Kraftwerke wie z.B. Gasturbinen zugeschaltet werden müssen, die die zusätzliche Spitzenlast bereitstellen.

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